Bundessichtungsturnier U21w des DJB in Strausberg
Wertvolle Erfahrungen für den Norden
Am 17.01.2026 wurde Strausberg zum Treffpunkt des deutschen Nachwuchs-Judos. Beim Bundessichtungsturnier des Deutschen Judo-Bundes (DJB) der Altersklasse U21 trafen zahlreiche Judokas aus dem gesamten Bundesgebiet aufeinander, um sich auf nationalem Niveau zu messen. Mit dabei waren auch drei Starterinnen aus Schleswig-Holstein: Lotta Dressler (To-Judo-Kan Ratzeburg), Josephine Evers (PSV Eutin) und Lotta Kruse (Budokan Lübeck e.V.).
Stark besetzte Gewichtsklasse bis 57 kg
In der Gewichtsklasse bis 57 kg gingen insgesamt 13 Athletinnen an den Start. Ein Feld, das nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ sehr hoch besetzt war. Die beiden Judokas Lotta Dressler und Josephine Evers mussten sich in ihren Pools gegen starke Gegnerinnen behaupten, darunter mehrere Kaderathletinnen.
Lotta Dressler hatte es in ihrem Pool mit insgesamt vier Athletinnen zu tun, zwei davon mit NK2-Status:
- Narin Bozkurt (Hamburger Judo-Verband), spätere Goldmedaillengewinnerin
- Sophia Bächle (Bayerischer Judo-Verband)
Auch Josephine Evers traf in ihrem Pool auf starke Konkurrenz. In ihrem Pool mit drei Judokas befand sich unter anderem:
- Skadi Koster (Niedersächsischer Judo-Verband), spätere Silbermedaillengewinnerin
Um sich für die weitere Kampfliste zu qualifizieren, war es erforderlich, im eigenen Pool zu den zwei besten Starterinnen zu gehören. Beide Athletinnen zeigten großen Einsatz und kämpften mit vollem Willen. Die Begegnungen waren hart umkämpft nicht zuletzt, weil bei einem Bundessichtungsturnier naturgemäß keine leistungsschwachen Gegnerinnen auf der Matte stehen.
Auch wenn Lotta Dressler und Josephine Evers ihre Kämpfe leider nicht für sich entscheiden konnten, nahmen sie wertvolle Erfahrungen aus diesem hochklassigen Turnier mit. Die Kämpfe wurden im Anschluss gemeinsam analysiert, zentrale Knackpunkte herausgearbeitet und konkrete Trainingsschwerpunkte festgelegt. Bereits jetzt richtet sich der Blick nach vorne. Beim kommenden Turnier in Braunschweig werden Lotta Dressler und Josephine Evers bei der Norddeutschen Einzelmeisterschaft der U18 erneut auf starke Konkurrenz treffen, unter anderem auf Narin Bozkurt. Die Vorbereitung läuft.
Lotta Kruse sammelt Premiere-Erfahrung in einem Spitzenfeld bis 52 kg
Für Lotta Kruse (Budokan Lübeck e.V.) war das Bundessichtungsturnier in Strausberg ein ganz besonderer Moment, ihr erstes Bundessichtungsturnier. Entsprechend groß war die Aufregung. Die junge Judoka stellte sich der Herausforderung jedoch mutig und ging in jeden Kampf engagiert hinein.
In ihrer Gewichtsklasse bis 52 kg waren insgesamt vier Athletinnen gemeldet. Trotz der kleinen Teilnehmerzahl war das Niveau jedoch außergewöhnlich hoch, denn Lotta Kruse traf ausschließlich auf nationale Spitzen-Judokas mit Kaderstatus:
- Klara Erten (Nordrhein-Westfälischer Judo-Verband), NK1, spätere Goldmedaillengewinnerin
- Roza Agumava (Judo-Verband Sachsen), NK2, spätere Silbermedaillengewinnerin
- Matilda Wamhof (Niedersächsischer Judo-Verband), NK2
Lotta Kruse absolvierte drei Kämpfe und sammelte dabei wertvolle Erfahrungen auf höchstem Niveau. Durch die geringe Anzahl an Starterinnen wurde sie in der Endabrechnung als Drittplatzierte geführt – ein Ergebnis, das vor allem zeigt, dass sie sich dieser starken Konkurrenz gestellt und wichtige Wettkampfpraxis auf Bundesebene gesammelt hat. Am Mattenrand wurde sie von ihrem Heimtrainer Vladimir Wandtke betreut, der mit ihrer Leistung zufrieden war: „Sie hat ihr Bestes gegeben und wir wissen jetzt genau, woran wir weiterarbeiten müssen.“, so Vladimir Wandtke.
Ein Tag voller Emotionen, Erfahrung und Motivation
Insgesamt war das Bundessichtungsturnier in Strausberg ein erfahrungsreicher Tag für alle drei Athletinnen. Auch wenn nicht jede Begegnung gewonnen werden konnte, haben alle Judokas mit großem Einsatz, Mut und Willen überzeugt. Die gewonnenen Eindrücke und Erkenntnisse sind ein wichtiger Baustein auf dem weiteren sportlichen Weg.
Für mich persönlich war dieser Tag ebenfalls besonders. Als neue Landestrainerin im weiblichen Bereich durfte ich die Judokas begleiten und das ausgerechnet an meinem 45. Geburtstag. Gemeinsam mit den Mädchen am Mattenrand mitzufiebern, ihre Kämpfe zu erleben und diesen intensiven Turniertag zu teilen, war ein Moment, den ich so schnell nicht vergessen werde.
Denn am Ende zählen nicht nur Medaillen – sondern vor allem Zusammenhalt, Mut und der Wille, sich weiterzuentwickeln.
Bilder und Bericht: Olivia Grünwald


